Ich bin wieder da! – Ein wolliger Bericht aus der Sommerpause

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So langsam neigt sich der Sommer Richtung Herbst, hier in Niedersachsen sind die Sommerferien schon längst wieder Geschichte und auch ich versuche mich seit einer Woche wieder im Alltag einzurichten. Gar nicht so einfach nach vier Wochen Urlaub. So lange habe ich mir noch nie eine Auszeit gegönnt und was soll ich sagen!? Es war nicht nur überfällig, sondern herrlich – und wollig!

Ich merke aber auch, dass ich einige angenehme Aspekte des Alltags vermisst habe. Diesen Blog zum Beispiel! Mit dem Ende meines Urlaubs kam ich ein wenig ins Grübeln: Wie steigst du in deine Blogarbeit wieder ein? Haust du die nächste Anleitung raus (da gehen meine Ideen übrigens schon klar ins Herbstliche/Weihnachtliche), als hättest du nie pausiert? Oder möchtest du die geneigte Leserschaft ein wenig in den vergangenen Urlaub mitnehmen? Passt das auf diesen Blog, der ja ein ganz klares Themenspektrum hat und sich explizit an wollinteressierte Selbermacher richtet?

Schnell war klar, dass ich einen Anknüpfungspunkt haben möchte, der die letzten Wochen meiner Sommerpause auch hier auf den Blog ein wenig beleuchtet und euch einen kleinen Einblick gibt, was ich denn eigentlich so gemacht habe. Dass ich euch mitnehmen möchte in meinen ganz persönlichen Sommer. Zumindest im Hinblick auf unser aller Lieblingsthema: Wolle! Und Häkeln! Und Werkeln! Denn da gab es in meinem Urlaub einiges, das auf meinen Wollblog passt. Nicht umsonst hat diese Seite ja den Untertitel „Wolle und Feines“. Und mehr zufällig als absichtlich haben beide Aspekte in meiner Sommerpause eine Rolle gespielt. Und: Ein kleiner Einblick in die Zeit meiner Sommerpause gibt auch mir die Möglichkeit, mich nochmal zurückzuerinnern und einige Eindrücke und Erlebnisse nochmals im Geiste zu erleben. Das wird schön!

Aber Achtung! Das hier ist, wie ihr wisst, kein Reiseblog. Ich werde euch also wirklich lediglich wollige Einblicke in meine Urlaubszeit geben. Wer sich über meinen nachfolgend genannten Urlaubsort, seine nicht-wolligen Highlights, die wunderbaren Strände, Städte und Dörfer informieren möchte, kann das gerne hier tun.

Reif für die Insel
Wohin hat es mich in diesem Sommer denn nun eigentlich verschlagen? Dieses Jahr ging es für mich und meine Familie in die Niederlande. Um genau zu sein: Auf die wundervolle westfriesische Insel Texel in der Provinz Nordholland. Texel ist die größte und westlichste der westfriesischen Inseln und dem Festland vom Fähranleger in Den Helder aus betrachtet am nächsten. Interessant für uns Wollfreunde dürfte die Insel vor allem aufgrund einer ganz bestimmten Tierart sein: Dem Texelschaf!

Schapenbroederij02

Määääh!
Das Texelschaf oder Texelaar ist eine Fleischschafrasse, die ursprünglich von ebendieser niederländischen Nordseeinsel stammt. Die größte Anzahl Texelschafe gibt es interessanterweise in Neuseeland und Australien, Länder, in denen Anfang der 1990er Jahre Tiere aus Europa vor allem aufgrund ihrer sehr besonderen Wolle und ihrer robusten Art zur Weiterzucht eingeführt wurden. Auf Texel selbst werden permanent rund 14.000 – 16.000 Tiere gehalten. Das sind etwa genauso viele Schafe wie Einwohner auf der Insel leben! Im Frühjahr werden etwa 11.000 Lämmer geboren. Texelaar ist die in den Niederlanden am häufigsten gehaltene Schafsrasse. In Deutschland wird das Texelschaf seit den 1960er Jahren gehalten. Es war zunächst nur im Norden Deutschlands verbreitet, wird aber zunehmend auch in Süddeutschland populär. Die Schur eines Schafes ergibt einen Ertrag von 3 bis 5 kg Wolle im Jahr.

So weich!
Das Texelschaf befindet sich eigentlich immer draußen auf den Salzwiesen Texels, an der frischen Luft und in der beeindruckenden Natur der Insel. Das Inselklima und die reine, salzhaltige Seeluft geben der Texeler Wolle seine feine Struktur mit einem hohen Wollfettanteil. Die Schurwolle des Texelschaf fühlt sich unglaublich zart und weich an und man spürt den hohen Wollfettanteil, auch Lanolin genannt. Ich durfte mich selbst von der tollen Struktur der Wolle nach einer frischen Schur überzeugen – aber dazu später mehr. Wie für Schurwolle üblich ist die Texeler Wolle wärmeausgleichend: Sie wärmt herrlich im Winter und im Sommer schützt sie vor äußerer Hitze.

Blogger meets Schaf – ein Erlebnis!
Natürlich wird aus der Wolle des Texelschafs allerhand hergestellt, das käuflich zu erwerben ist: Ob Wollfettsalbe, Lippenpflege, Seife, Handcreme, Decken, Pullover, Pantoffeln, Handschuhe, Fahrradsattelüberzieher und Co., in den „Texelana“-Geschäften in den Städten und Dörfern Texels ist so manch eine wollige Idee zu sehen, zu fühlen und zu shoppen.

Ich habe in einem Handarbeitsgeschäft in Den Burg namens „De Witte Engel“, einen 100 g schweren Kammzug reiner Wolle des Texelschafs ergattert. Mein Ideenradar schlägt bei dieser tollen Wolle (so weich!) aus und ich habe schon einige Ideen, die in Richtung spinnen und färben gehen. Man darf gespannt sein.

Auf ein Wort – die erste: Woolness! Habt ihr das schon mal gehört? Ich bis dato nicht (auch wenn ich der Meinung bin, dass unser aller Lieblingshobby an und für sich schon „Woolness“ ist). Im „Boutique Hotel Texel“ in de Cocksdorp kann man sich eine halbe Stunde lang in Texeler Wolle einhüllen lassen, loslassen, träumen und einfach entspannen. Nach Angaben des Hotels ist diese Wellnessidee auf einen alten Inselbrauch zurückzuführen: Dem Wollbad. Ja genau! Wollbad! Vollbad kann ja jeder! Nach dem Wollbad ist die Haut herrlich gepflegt, geschützt und bereit für ein Sonnenbad am Strand.

Auf ein Wort – die zweite: Lämmerkuscheln! Mein persönliches Highlight in wolliger Hinsicht – und das meiner Familie – war aber das Lämmerkuscheln und das Schaftreiben in der „Schapenboerderij Texel“. In der Schapenboerderij werden fast ganzjährig und beinahe täglich Lämmer geboren – mit etwas Glück kann man Zeuge dieses Starts ins Leben eines Schafes werden. Im Schafstall kann man zwischen den Schafen und Lämmern hergehen, sie aus der Nähe betrachten, anfassen und sogar mit ihnen kuscheln, was das Zeug hält. Natürlich immer mit größtem Respekt vor ihrem Ruhebedürfnis. Ich hätte nie gedacht, wie sehr einen diese Erfahrung erdet und entspannt. Ich habe meine Kinder noch nie so beseelt und ruhig erlebt. Magisch! Wir brauchen hier Schafe, ich sage es euch!

In der Schapenboerderij leben etwas 25 verschiedene Schafsrassen. Aus Deutschland konnte ich mich vom Coburger Fuchs anblöken lassen. Auch Merinoschafe waren am Start und ich konnte meine Fingerspitzen in ihrer besonderen Wolle versenken. Übrigens: Bei ihnen findet auf dem nachhaltigen Hof kein Mulesing statt! In der gemütlichen Kaffee-Ecke mit frischgebackenen Kuchen besuchen einen schon mal die frei laufenden Lämmer, Hühner und Kaninchen. Im Hofladen kann man Rohwolle der verschiedenen Rassen nicht nur hautnah erleben, sondern auch körbeweise käuflich erwerben.

Täglich um 11:00 Uhr und 14:00 Uhr gibt es eine Demonstration der Arbeit des Schäfers. Seine drei Australian working Kelpies namens Rasja, Skip und Bowie – drei Hunde reichen aus, um 150 Schafe im Zaum zu halten! – treiben die Schafe zum Schäfer, welcher eine Schur der Schafe vornimmt und sehr anschaulich und amüsant auf Niederländisch über das Leben auf Texel im Allgemeinen und als Schäfer im Besonderen erzählt. Bei der Schur, welche ich miterleben durfte, hat der Schäfer das Schaf von 3,5 kg frischer texelaner Wolle befreit. Ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen, diese Wolle mit allen Sinnen zu erleben und bin stolz mit 3,5 kg Schurwolle im Arm losgestiefelt. Behalten durfte ich die Wolle allerdings nicht. Schade 😊

Und sonst so?
Ich habe mir natürlich auch ein Urlaubsprojekt mit auf die Insel genommen: Mein erstes Häkelmandala. Dieses ist zwar noch nicht fertig, wird aber nach meiner Vorstellung ein Urlaubsprojekt bleiben und in meinen Erholungspausen und Urlauben weitergewerkelt werden.

Sommerprojekt_Häkelmandala

Diesen Sommer habe ich neben meiner Liebe für Texel, den Menschen, Schafen, Stränden der besonderen Flora und Fauna der Insel eine gewisse Vorliebe für Farbverlaufsbobbel entdeckt. Dazu wird es in einem anderen Blogbeitrag gehen, in welchem ich euch „1-Bobbel-Projekte“ vorstellen möchte.

 

Außerdem bin ich durch und durch „Amigurumista“ geblieben und habe das erste Buch von Bas den Braver alias „Zabbez“ namens „Bloemenpoppen haken“ ergattert. Wenn man doch schon mal in den Niederlanden ist, gelle!? Ich freue mich schon, seine Designs zu häkeln. Wie ihr als aufmerksame Blogleser ja wisst, mag ich niederländische Designs und Blogs sehr gerne. In diesem Beitrag findet ihr meine ganz persönlichen Tipps niederländischer Anleitungen und auch gleich eine mitgelieferte Übersetzungshilfe für die wichtigsten niederländischen Häkelbegriffe ins Deutsche.

Zabbez

Neben den besagten Farbverlaufsbobbeln habe ich Podcasts für mich entdeckt. Wenn die Kinder abends im Bett sind und ich mich meiner täglichen Häkelzeit widmen kann, hatte ich bis dato eine Neflix- oder Prime-Serie nebenherlaufen. Ich brauch etwas „auf die Ohren“ beim Werkeln. Kennt ihr das? Wie perfekt sind denn Podcasts dafür bitte!? Da muss man wenigstens nicht von der Häkelarbeit hochschauen. Damit dieser Blogbeitrag nicht nur eine kleine Erinnerungsreise von mir war, kommt hier nun der gewisse „Mehrwert“ dieses Beitrags für euch in Form meiner „Topp-Fünf-Podcast-Tipps“ – vielleicht auch was für euch:

1.) Frickelcast
Sparte: Stricken, Nähen, Basteln-Frickeln eben! Herrlich sympathisch. Aber Achtung: Dieser Podcast killt mein und sicherlich auch euer Portemonnaie!
2.) Lage der Nation
Sparte: Politik – „Über Politik spricht man nicht!“ Oder doch? Und dann auch noch interessant? Jawoll! Einfach mal reinhören.
3.) Herrengedeck
Sparte: Real Talk, Comedy, Satire, weiblich – irgendwas mit Medien!?
4.) Mordlust
Sparte: True Crime – nichts für Zartbesaitete.
5.) Zeit Verbrechen
Sparte: True Crime – sachlich, informativ, erschütternd.

Was ich noch zu sagen hätte…
… ist „Danke, danke, danke!“, dass ihr mir auch in der Sommerpause – hier auf dem Blog und auf Instagram – die Treue gehalten habt. Ich hatte in der Sommerpause meine zweithöchste Aufruf-Rate, seitdem es diesen Blog überhaupt gibt. Und dafür kann ich euch nicht genug danken! Danke für eure Likes, eure Kommentare, euren Support, indem ihr meine Anleitungen nachhäkelt und Fotos davon zeigt: 1000fach Dankeschön!

Fandet ihr meinen kleinen wolligen Exkurs interessant? Würdet ihr diese Art Beiträge häufiger lesen wollen? Lasst es mich gerne wissen und tippt eure Meinung fleißig in die Kommentare.

Liebe Grüße und bis bald beim neuen Blogbeitrag!
Eure Christina

 

2 Gedanken zu “Ich bin wieder da! – Ein wolliger Bericht aus der Sommerpause

  1. Hallo Tina 🙋‍♀️ Danke für diesen tollen Beitrag. Ich fand die Reise , ins Wollparadies Texel 🐑,auf die Du uns mitgenommen sehr schön und interesant und ich freue mich schon auf die nächsten Beiträge und Anleitungen. LG Mama 😍😙❤

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