#socktober – Gehäkelt, nicht gestrickt!

[Werbung/Rezensionsexemplar wurde kostenfrei zur Verfügung gestellt]
Ich muss gestehen: So sehr ich gestrickte Socken liebe, so wenig mochte ich bisher das wollene Pendant von der Häkelnadel. Viele Häkelanleitungen für Socken bedienen sich fester Maschen, welche den Strumpf leider sehr kompakt, steif und unflexibel machen. Oder sie sind so spitzenbewährt filetgehäkelt, dass sie den Sinn und Zweck warmer Socken etwas missen lassen. Kurzum: Leider boten diese Art von Socken bis dato nicht den Tragekomfort ihres gestrickten Vorbildes. Bis jetzt! Denn der Stiebner Verlag hat mit „Socken häkeln für die ganze Familie“ aus der Feder von Sascha Blase-van Wagtendonk ein echtes Knallerexemplar in diesem Segment auf den deutschen Buchmarkt geholt, der zeigt: Gehäkelte Socken in Strickfeeling gehen doch!

Die Autorin:
Die Autorin Sascha Blase-van Wagtendonk ist vielen Häkelbegeisterten auf Instagram bestimmt schon unter ihrem Alias „alasascha“ begegnet. Sie ist eine echte Allrounderin und hat neben den fantastischen Häkelsocken noch weitere Bücher wie aktuell das Amigurumi-Buch „Onesiegurumi“ oder das Buch für gehäkelte Halsschmeichler „Meer sjaals haken“ geschrieben. Sascha lebt mit ihrer Familie in den Niederlanden.

Das Cover:
Bereits die Vorderseite des Buches verrät uns, dass die gehäkelten Sockenmodelle eine Größenrange von Schuhgröße 15 für die ganz Kleinen bis sage und schreibe 49 für alle, die auf ganz großem Fuß leben, beinhaltet. Das passt gut zu dem namengebenden Titel, dass die Socken für die ganze Familie sein sollen. Das abgebildete Modell, die „Katzenaugen“, sehen fast aus wie gestrickte Socken (und Spoiler: tragen sich auch so!). Das Geheimnis? Psst, verrate ich später, noch etwas Geduld.

Die Rückseite verspricht ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen sowie Tipps zur Größenbestimmung, zu Garnen und Material.

Der Inhalt:
Und was der Klappentext auf der Rückseite verspricht findet sich auch tatsächlich im Buch. Das bebilderte Inhaltsverzeichnis zeigt schon mal vorab die im Buch enthaltenen zehn Modelle, welche ganz unterschiedlich sind: Von den eingangs erwähnten Stinos „Katzenaugen“ oder dem ebenfalls eher als Basismodell dienendem „Kranich“ über die „Zopfmustersocken“ bis hin zu den „Wabenmustersocken“ ist für alle Geschmäcker etwas dabei.

Es schließen sich eine Materialkunde und Informationen zu Sockenwolle an. In Kapitel 3 finden wir sehr nützliche Hinweise zur passenden Größenfindung für die Anleitungen und der Maschenprobe. Die Maschenprobe funktioniert mit einer 2×2 cm-Messung und ist daher tatsächlich schnell gehäkelt. Ich würde sie auch jedem ans Herz legen um den passenden Socken zur jeweiligen Schuhgröße und gewählten Sockenwolle häkeln zu können.

Und dann kommen wir dem angesprochenen Geheimnis in Kapitel 4 auch so langsam auf die Spur: Der Grund für die sehr nah an das Strickgefühl herankommenden Socken ist die Technik aus Reliefstäbchen! Dadurch sehen die Socken nicht nur beinahe gestrickt aus, sie bekommen dadurch auch die notwendige Dehnbar- und Gemütlichkeit ihres gestrickten Vorbildes. Die Socken werden durch die Verwendung von Reliefstäbchen sehr flexibel, so dass die angegeben Größen aus Kapitel 3 in den Anleitungen auch über 5 Schuhgrößen passen. Ein Beispiel: Für mich (Schuhgröße 40) und meinen Mann (Schuhgröße 44) reicht laut Anleitung die Größenangabe „Medium“. Und was soll ich sagen? Die für ihn und mich gehäkelten Sockenmodelle könnten wir problemlos austauschen. Die Socken passen uns jeweils beide.

Kleiner Side-Fact: Solltet ihr euch im Technikteil wundern, was „halbe feste Maschen“ sind- gemeint sind Kettmaschen. Das ist sicherlich eine Übersetzungsungenauigkeit, da Kettmaschen im Niederländischen „halve faste“ (also eben „halbe feste“) heißen.

Und dann geht es auch schon los mit den zehn Sockenmodellen. Es sind tatsächlich alle in den Größen „0-6 Monate“, also ca. Schuhgröße 15, bis hin zu „Large“, also Schuhgröße 45 – 49, angegeben. Bei allen Modellen findet sich zudem eine Angabe zum Schwierigkeitsgrad von zwei (einfach) bis fünf (anspruchsvoll) Sternchen. Besonders schön: Neben den geschriebenen Anleitungen ist auch jeweils ein handgezeichnetes Häkelschema passend zur jeweiligen Größe zu finden. So ein schönes Detail!

Die Modelle reichen von schlicht (Katzenaugen, Gürteltier, Kranichsocken) über verspielt (Schmetterling, Bärchen), grafisch (Lokomotive, Goldfisch) bis hin zu strukturiert-gemustert (Zopfmuster, Wabenmuster, Kaffeebohnen) und greifen so die beliebtesten Vorbilder aus der Strickwelt auf. Ich finde übrigens die Modellnamen grandios! Die Modelle werden in ansprechenden Bildern gekonnt in Szene gesetzt. Die Bilder geben einen tollen Eindruck, wie verschiedene Modelle in verschiedenen Größen aussehen.

Abgerundet wird das Buch im sechsten Kapitel mit Tipps, wie man seine Socken rutschfester macht, sie mit Labeln zu Unikaten veredelt oder sie mit selbstgemachten Banderolen in tolle Geschenke verwandelt. Ein schöner Abschluss für ein tolles Buch!

Fazit:
Ich werde einfach nicht müde, von den Socken, welche ich nach Anleitungen aus „Socken häkeln für die ganze Familie“ angefertigt habe, zu schwärmen. Die Socken sehen nicht nur aus wie ihre gestrickten großen Schwestern, nein, sie tragen sich auch ganz ähnlich und sind daher nicht zu vergleichen mit meinen in den einleitenden Worten geschilderten bisherigen Erfahrungen mit Häkelsocken. Die nach dem Buch gehäkelten Socken sind flexibel, anschmiegsam und bieten sehr hohen Tragekomfort.

Langzeittest – nach 5 Monaten regelmäßigen Tragens hält die Ferse

Natürlich werden die gehäkelten Socken durch die Reliefstäbchen etwas dicker. Das war aber z. B. meinem Mann sehr willkommen, der zwar gerne Wollsocken trägt, aber das Problem hat, dass diese sich in seinen schwereren Schuhmodellen oder barfuß leider schnell ins fadenscheinige abgetragen haben. Er trägt seine Socken – mit Waschunterbrechungen, was denkt ihr denn!? – seit gut fünf Monaten und die sonst in der Zeit häufig bereits durchgelaufenen Stellen halten im Langzeittest gut. Außerdem hat die innere Reliefstäbchenstruktur eine sehr angenehme Tragehaptik. Meine Mäuse tragen ihre Socken auch gerne als Ersatz für die Hausschuhe. Wird das Buch also seinem Titel gerecht? Absolut! Meine Familie und ich sind restlos überzeugt von den Reliefstäbchen-Socken und tragen sie wirklich gerne.

Sascha Blase-van Wagtendonk schreibt in ihrer Einleitung zu dem Buch, dass ihr Anspruch war „eine herrlich elastische Socke mit guter Passform, die auch noch gut aussieht“ zu entwerfen. Das ist ihr rundum gelungen!

Daten:
Sascha Blase-van Wagtendonk
Socken häkeln für die ganze Familie
1. Edition 2021 der deutschen Fassung
Stiebner Verlag, Grünwald
ISBN 978-3-8307-2099-7
Preis: 19,90 €

Einen Blick ins Buch findest du übrigens auch hier (klick!).

Dieses Buch ist eine ganz große Häkel-Empfehlung. Endlich findet der #socktober auch mit Beiträgen von uns Häkler:innen statt!

Viel Spaß beim Sockenhäkeln wünscht
Christina

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